Adipositas

Wieder leichter leben

Adipositas-Zentrum am WKK Heide

Das Adipositas-Zentrum am WKK Heide ist Teil der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie. Unser multidisziplinäres Team berät und behandelt Patienten mit massivem und krankhaftem Übergewicht (morbider Adipositas) und legt besonders viel Wert darauf, sich viel Zeit für den persönlichen Dialog und individuelle Beratungen zu nehmen.

Wir verstehen Adipositas als eine ernst zu nehmende chronische Erkrankung, die einer leitliniengerechten Behandlung zuzuführen ist und bieten unseren Patienten das gesamte Spektrum wissenschaftlich fundierter (also ‚evidenzbasierter‘) Therapieformen.

Mit großer Freude und viel Erfahrung sind wir für Sie da. Der ärztliche Leiter unseres Adipositas-Zentrums, Herr Dr. Steffen Krause, ist seit über 20 Jahren in diesem medizinischen Bereich tätig und wurde bereits mehrfach adipositas-chirurgisch zertifiziert.

Unsere Behandlungsgebiete

  • Ernährungsmedizinische Beratungen
  • Adipositas-chirurgische Sprechstunde
  • Oecotrophologische Beratungen
  • Verhaltenspsychologische Beratungen
  • Bewegungstherapeutische Beratungen
  • Verschiedene Therapie- und Schulungsprogramme
  • Alle adipositas-chirurgischen OP-Verfahren
  • Alle adipositas-chirurgischen Revisions-Operationen und Verfahrenswechsel
  • Plastische Korrektureingriffe nach erfolgter Gewichtsreduktion

Unsere Schwerpunkte

Mit der insgesamt steigenden Zahl der Eingriffe im Bereich der Adipositas-Chirurgie wächst auch die Menge an Folge-Eingriffen. Diese werden erforderlich, wenn Beschwerden oder auch eine erneute Gewichtszunahme auftreten und anderweitige Behandlungen erfolglos bleiben.

Bariatrische Verfahrenswechsel treten am häufigsten nach Magenband- und Schlauchmagen-OP‘s auf, wobei dann in der Regel eine Umwandlung in einen Magenbypass erfolgt.

Je nach individueller Situation ist die Behandlung der Betroffenen oft multimodal und mehrstufig angelegt. Derartige Operationen gehen mit einem erhöhten Risiko einher, sind aber nicht selten alternativlos und somit unumgänglich.

Das Magenband ist das risikoärmste aller OP-Verfahren zur Behandlung von krankhaftem Übergewicht; auch ist es vollständig rückgängig zu machen und ist in seiner Wirkung auch langfristig nach der OP individuell steuerbar. Das Magenband besteht aus Silikon und wird um den obersten Teil des Magens gelegt, so dass diese künstlich erzeugte und einstellbare Engstelle dort einen sehr kleinen Vormagen funktionell vom restlichen Magen abgrenzt. Hierdurch setzt bei der Nahrungsaufnahme frühzeitig ein Sättigungsgefühl ein, womit sich die Essmenge reduziert.

Das Magenband ist besonders für den niedrigen BMI-Bereich geeignet (BMI 30-40), da es weniger effektiv ist als die anderen OP-Techniken (Gewichtsreduktion von bis zu 10 BMI-Punkten). Ähnlich wie beim Schlauchmagen können in der Folge Probleme auftreten, die dann einen sog. ‚Verfahrenswechsel‘ nach sich ziehen.

Der sog. Omegaloop-Magenbypass wird auch Mini-Gastric-Bypass (MGB) genannt. Bei diesem OP-Verfahren wird ein operativ hergestellter kleiner Vormagen direkt mit einem Dünndarmsegment verbunden und so ein ‚Kurzschluss‘ (Bypass) hergestellt. Entfernt wird bei dieser OP nichts. Wie alle Eingriffe dieser Art erfolgt die Operation ‚minimal-invasiv‘, also in der sogenannten Schlüsselloch-Technik. Indem der Speisebrei statt in den gesamten Magen und Zwölffingerdarm direkt in den mittleren Teil des Dünndarms geleitet wird, nimmt man weniger Kalorien aus der Nahrung auf, allerdings gehen auch vermehrt Mikronährstoffe und Eiweiße verloren. Diese müssen später lebenslang ersetzt werden.

Durch diese Operation werden auch hormonelle Veränderungen im Stoffwechsel ausgelöst, die u.a. für die positiven Effekte gegen den Diabetes mellitus verantwortlich sind und nicht selten diese Erkrankung komplett verschwinden lassen.

Die Technik des Omegaloop-Magenbypasses unterscheidet sich vom klassischen Roux-Y-Magenbypass dadurch, dass eine Darmnaht weniger gemacht werden muss und der Bypass-Effekt etwas stärker ausgeprägt ist. Gleichzeitig wird durch einen etwas größeren Vormagen die Nahrungszufuhr weniger stark eingeschränkt.

Der typische Patient für einen MGB hat einen BMI-Wert von über 40 kg/m2 und/oder einen Diabetes mellitus. Eine Gewichtsreduktion erfolgt relativ zügig und beträgt etwa 15 BMI-Punkte in den ersten 1-2 Jahren nach dem Eingriff.

Dieses OP-Verfahren kommt in unserem Zentrum am häufigsten zur Anwendung.

Wiederherstellungs-Eingriffe (rekonstruktive Chirurgie) zählen ebenfalls zu unserem Therapiespektrum. Allen voran ist hier die Bauchdeckenstraffung (Reduktionsplastik) zu nennen, bei welcher es sich um eine recht aufwändige Operation handelt, nicht zuletzt aufgrund der erheblichen Wundflächen.

Weitere Eingriffe sind die Straffung der Oberarme, Oberschenkel und Brüste, auch beim Mann. Die Fettabsaugung (Liposuktion) wird oftmals ergänzend angewendet, ist in der Regel alleine jedoch nicht ausreichend.

Durch die fließenden Grenzen zur kosmetischen Chirurgie ist bei allen Eingriffen individuell zu klären, welche Kosten in welchem Umfang von der Krankenkasse getragen werden.

Durchgeführt werden alle entsprechenden Eingriffe wie auch die Sprechstunde  an unserem Haus auf der Basis einer Kooperation mit den Kollegen der Klinik für plastische und ästhetische Chirurgie des Agaplesion Diakonie-Krankenhauses in Hamburg (CA Dr. Wittig).

Bei dieser klassischen Form des Magenbypasses wird ein sehr kleiner Vormagen (Pouch) mit Umleitung der Speise direkt in den Dünndarm (Bypass) hergestellt, wobei diese Umleitung etwas geringer ausfällt als beim Omegaloop-Magenbypass. Die Nahrungszufuhr ist durch den sehr kleinen Vormagen deutlicher eingeschränkt, ansonsten ist das Verfahren mit dem Omegaloop-Magenbypass in seiner Wirkung vergleichbar. Es muss bei dieser Technik aber noch eine zweite Darmnaht angelegt werden.

Dieser Eingriff geht ebenfalls mit positiven hormonellen Veränderungen im Stoffwechsel einher und wird wie der Omegaloop-Magenbypass überwiegend bei Patienten mit einem BMI von über 40 kg/m2 und/oder einem Diabetes mellitus durchgeführt. Die Gewichtsreduktion liegt im Mittel bei etwa 15 BMI-Punkten.

Dies ist das einzige OP-Verfahren, das bei krankhaftem Übergewicht eine echte, aber dafür auch unwiderrufliche Magenverkleinerung herbeiführt. Die linken zwei Drittel des Magens werden dabei entfernt und aus dem verbleibenden Drittel ein schlauchförmiger Restmagen erstellt, der die Essmenge deutlich reduziert.

Auch nach dieser Operation kommt es in der Regel zu einer guten Gewichtsreduktion um die 15 BMI-Punkte, die aber mittel- und langfristig etwas weniger stabil ist als bei den Bypass-Verfahren. Dies liegt an einer möglichen Erweiterung des anfangs sehr engen Magenschlauches; auch kann nach dieser OP Sodbrennen (Rückfluss von Magensäure) auftreten. Beide Effekte können dazu führen, dass ein sog. ‚Verfahrenswechsel‘ mit operativer Umwandlung meist in einen Omegaloop-Magenbypass notwendig wird.

Nicht immer ist eine Operation empfehlenswert oder gewünscht. Zudem ist nicht jede Form von Adipositas bereits krankhaft. Patienten, die sich in einem Vorstadium befinden oder für eine adipositas-chirurgische Operation nicht in Frage kommen, bieten wir unser ‚multimodales Programm‘ (MMP) an. Hierbei geht es darum, eine Reduktion der Kalorienzufuhr herbeizuführen und gleichzeitig auch deren Verbrennung, das heißt den Kalorienverbrauch, zu fördern. Dazu gehört Gruppenarbeit unter fachkompetenter Anleitung bezüglich Ernährung und Verhalten im Rahmen eines sechsmonatigen Kurses sowie ein individuelles Bewegungsprogramm. Wie alle unsere Therapieangebote ist auch das MMP nach den Vorgaben der Leitlinie aufgebaut.

Patienten, die bereits bariatrisch operiert wurden, bieten wir zudem ein spezielles sehr empfehlenswertes einjähriges Schulungsprogramm in kleinen Gruppen an (‚Kontra Adipositas Programm‘, KAP).

Ansprechpartner

Krause
Leiter des Adipositas-Zentrums
Dr. med. Steffen Krause

Facharzt für Chirurgie, Schwerpunkt Viszeralchirurgie, Coloproctology

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