21.06.2012

Rettungsdienst Akademie in Heide steht "Pate" für bundesweite Vorgaben

Heide - "Die Rettungsdienst Akademie in Heide ist für mich ein Leuchtturm in der schleswig-holsteinischen Bildungslandschaft." Der Bundestagsabgeordnete Dr. Ernst Dieter Rossmann (SPD) zeigte sich bei seinem Besuch sichtlich beeindruckt von den Vorführungen und vom Konzept der Akademie, die von der Rettungsdienst Kooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH) betrieben wird. "Heide steht im Prinzip Pate für das, was demnächst bundesweit gesetzlich verankert werden soll", sagte der Bildungspolitiker im Hinblick auf einen Referentenentwurf der Bundesregierung. Der Entwurf, der in einem Gesetzesvorhaben münden soll, beinhaltet unter anderem Neuregelungen für den Beruf des Notfallsanitäters.

Im Gespräch mit RKiSH-Geschäftsführer Michael Reis, Akademie-Leiter Sascha Langewand, Dozenten und Auszubildenden sowie SPD-Kreispolitikern wurde deutlich, dass die Heider Akademie bereits heute die meisten im künftigen Gesetz verankerten Vorgaben erfüllt. Dazu gehört eine qualitativ hochwertige dreijährige Ausbildung mit theoretischen, praktischen und auch klinischen Anteilen. Im Gegensatz zu anderen ähnlichen Ausbildungsgängen erhalten die Auszubildenden bereits vom ersten Jahr an eine Vergütung und müssen zudem kein Schulgeld zahlen. "Ich halte es für ein Unding, dass in anderen Regionen nicht nur kein Lohn gezahlt wird, sondern die theoretische Ausbildung vom Auszubildenden auch noch selbst bezahlt werden muss", erklärt Dr. Rossmann, seit 2009 auch bildungspolitischer Sprecher seiner Fraktion.
Sollte aus dem Referentenentwurf Gesetz werden, müssen sich viele Rettungsdienste in Deutschland künftig umstellen und mit entsprechenden Anbietern zusammenarbeiten. "Wir können insbesondere in Norddeutschland den anderen Rettungsdiensten anbieten, zumindest die theoretische Ausbildung ihrer Nachwuchskräfte zu organisieren", erläutert Michael Reis und verweist auf die Rettungsdienst-Azubis aus Nordfriesland, die schon heute in Heide geschult werden. In den kommenden Jahren dürften sich also deutlich mehr als die zurzeit 45 "Schüler" in den Seminar- und Trainingsräumen auf dem Gelände des Westküstenklinikums Heide wiederfinden.

Eine große Umstellung im Ausbildungsbetrieb wird durch das Gesetz nicht auf Sascha Langewand und seine zwölf dauerhaft in der Akademie tätigen Dozenten zukommen. "Wir müssen lediglich das Curriculum entsprechend erweitern und umstrukturieren. Das können wir jedoch schnell umsetzen, und zwar bevor das Gesetz endgültig in Kraft tritt," erklärte Langewand.

Nach Ansicht von Dr. Rossmann ist es sehr wichtig, nicht nur die Ausbildung, sondern auch das Ansehen und die Aufstiegschancen der Rettungsassistenten und künftigen Notfallsanitäter zu verbessern. Nur so könne der nötige Nachwuchs in Zeiten eines anwachsenden Arbeitskräftemangels rekrutiert werden. RKiSH-Geschäftsführer Michael Reis ist der gleichen Ansicht: "Allein in Schleswig-Holstein werden wir im Jahr 2025 etwa 1000 Notfallsanitäter mehr benötigen als heute. Da müssen wir mit den anderen Berufen im Gesundheitswesen konkurrieren können."

Angelika Hansen, SPD-Kreisvorsitzende in Dithmarschen, wies im Gespräch noch auf die Bedeutung der RKiSH und ihrer Ausbildungsstätte für die Westküste hin. "Innerhalb des RKiSH-Verbundes ist die Rettungsdienst Akademie auch als Teil der Standortsicherung anzusehen, die hier und anderswo Arbeitsplätze sichert", sagte die Kommunalpolitikerin.

Dieser "Patient" ist gerettet. Rettungsdienst-Auszubildende demonstrierten dem Bundestagsabgeordneten Dr. Ernst Dieter Rossmann (3. v. re.) und den anderen Besuchern anhand einer Übungspuppe, wie ein Patient mit Atemnot behandelt werden muss, bis der Notarzt eintrifft. (Foto: RKiSH/Kienitz)

Dieser "Patient" ist gerettet. Rettungsdienst-Auszubildende demonstrierten dem Bundestagsabgeordneten Dr. Ernst Dieter Rossmann (3. v. re.) und den anderen Besuchern anhand einer Übungspuppe, wie ein Patient mit Atemnot behandelt werden muss, bis der Notarzt eintrifft. (Foto: RKiSH/Kienitz)

Dieser "Patient" ist gerettet. Rettungsdienst-Auszubildende demonstrierten dem Bundestagsabgeordneten Dr. Ernst Dieter Rossmann (3. v. re.) und den anderen Besuchern anhand einer Übungspuppe, wie ein Patient mit Atemnot behandelt werden muss, bis der Notarzt eintrifft. (Foto: RKiSH/Kienitz)