Die Transplantationsbeauftragten der Westküstenkliniken sind mit dem Organspende-Preis der AOK Niedersachsen ausgezeichnet worden. Mit dem Preis würdigt die Krankenkasse die herausragende Qualität bei Organspenden in den Westküstenkliniken.
Der Transplantationsbeauftragte der Kliniken, Dr. Utz E. Bartels, hatte den mit 1000 Euro dotierten Preis im Februar auf dem Symposium für Intensivmedizin und Intensivpflege in Bremen entgegengenommen und sagte nach der Preisverleihung: „Der Preis ist eine Auszeichnung für das gesamte Team der Westküstenkliniken, das mich und meinen Stellvertreter Dr. Reinhard Jensen, bei unserer Arbeit so hervorragend unterstützt.“
Hervorragend und Herausragend sind die Wörter, die sich auch in der Begründung der AOK für die Preisverleihung mehrfach finden. Die Krankenkasse würdigt die „hervorragende Qualität für Organspenden“ in den Westküstenkliniken, die „hervorragende Kommunikation“ und die „konstant hohe Ergebnisqualität“.
Im vergangenen Jahr wurde bei sieben Patientinnen und Patienten, die in den Westküstenkliniken verstorben waren, Organe entnommen.
„Damit konnten wir jeweils bis zu 5 anderen Menschen das Leben retten oder es verlängern“, bilanziert Dr. Bartels und ergänzt: „Den Tod nicht sinnlos erscheinen zu lassen, ist es, was mich persönlich antreibt, mich für das Thema zu engagieren.“
Der Leitende Oberarzt für Anästhesie und operative Intensivmedizin hatte vor drei Jahren die Aufgabe des Transplantationsbeauftragten übernommen und die Zahl der Organentnahmen pro Jahr von zwei bis drei auf jetzt sieben gesteigert.
„Dabei ist die Zahl der Organspenden für uns nicht das entscheidende Kriterium für unsere Arbeit. Unser Ziel ist es, das Bewusstsein für das Thema bei den Mitarbeitenden zu schaffen, die Strukturen und Abläufe klar zu definieren und alleine dadurch Entscheidungen für oder gegen eine Organspende zu erhalten“, erklärt Dr. Bartels.
Gemeinsam mit seinem Stellvertreter, dem Chefarzt der Kinderintensivmedizin, Dr. Reinhard Jensen, sowie dem Team der Intensivstation hatte Dr. Bartels das Verfahren im Haus für Organspenden standardisiert, die Leitlinien der Deutschen Stiftung für Organtransplantation bekannt gemacht, die Mitarbeitenden sensibilisiert, das Thema in die Ausbildung der Ärzte mit aufgenommen, die Hirntod-Diagnostik geschult und eine einheitliche Telefonnummer zum Transplantationsbeauftragten festgelegt.
Darüber hinaus hat Dr. Bartels an örtlichen Schulen zum Thema gesprochen und die WKK waren zwei Mal Gastgeber für die Camper-Tour des Netzwerks Organtransplantation, die am 4. Juni wieder nach Norddeutschland kommt.
Die Mitglieder des Netzwerks werden am
Donnerstag, 4. Juni,
von 9 bis 12.30 Uhr
gemeinsam mit Dr. Utz E. Bartels auf dem Ankerplatz in Büsum
über Organspende informieren. Von 13.30 bis 16.30 Uhr wird der Camper vor der Seebrücke in St. Peter Ording stehen.
Die Aufklärungsarbeit zahlt sich aus. Nicht nur, dass das Thema langsam im Bewusstsein der Westküsten-Beschäftigten einsickert, Dr. Bartels hat mittlerweile eine Reihe freiwilliger OP- und Anästhesie-Pflegekräfte gefunden, die außerhalb der eigentlichen OP-Zeit den Transplantations-Teams der DSO bei der Entnahme von Organen zur Seite stehen. Auch dadurch können im Fall der Fälle Organe zeitnah nach einem festgestellten Hirntod in Heide entnommen und schnell zu entsprechenden Transplantationszentren gebracht werden.
Dieses breite Bündel an Maßnahmen hat die AOK jetzt mit ihrem Preis ausgezeichnet. Das Preisgeld ist zweckgebunden. Dr. Utz E. Bartels wird es dafür einsetzen, die Organspende noch fester in den Westküstenkliniken zu verankern.

