Beim Ultraschall, der Arzt sieht auf den Bildschirm
15.03.2011

Westküstenklinikum baut Nuklearmedizin aus

Heide - Das Westküstenklinikum Heide erweitert die Kapazitäten seiner nuklearmedizinischen Abteilung. "Angesichts der stark gestiegenen Patientenzahlen benötigen wir dringend weitere Räume. Da das alte MRT-Gerät durch ein neues ersetzt und an anderer Stelle aufgebaut wurde, bot sich eine Möglichkeit, die Abteilung im gut abgeschirmten Untergeschoss des Hauses G zu erweitern", erläutert Chefarzt Prof. Dr. med. Holger Schirrmeister die Planung.

In drei Bauabschnitten werden im Laufe des Jahres eine Erweiterung der Abklinganlage zur Aufbewahrung radioaktiven Abwassers, ein zusätzliches Untersuchungszimmer, eine neue Anmeldung und ein Therapiezimmer mit zwei weiteren Betten gebaut. Die Kosten für die Maßnahme belaufen sich auf etwa 550.000 Euro werden. Der Umbau wird  durch das Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein gefördert.

Zusätzlich zu den Baumaßnahmen wird die Abteilung auch personell aufgestockt. Neben Prof. Schirrmeister und seinem Stellvertreter Coskun Arslandemir wird demnächst ein neuer Assistenzarzt zusammen mit einem Team von Krankenschwestern und Medizinisch-Technischen Assistentinnen für die Patienten zuständig sein.

Die wachsende Bedeutung der nuklearmedizinische Diagnostik und Therapie am Westküstenklinikum ist vor allem an den Patienten- und Behandlungszahlen abzulesen: Jährlich suchen etwa 3500 Patienten die Ambulanz auf. Besonders stark wächst die Zahl der Schilddrüsen-Behandlungen. Mittlerweile suchen Patienten aus ganz Schleswig-Hol-stein, zuweilen auch aus Hamburg und den anderen Bundesländern die Nuklearmedizin in Heide auf.

Info: Nuklearmedizin
Bei der Nuklearmedizin werden radioaktive Substanzen bei medizinischen Verfahren angewandt, um Krankheiten zu erkennen oder zu behandeln. Die dazu gehörigen Methoden werden in der Diagnostik zum Beispiel bei der Messung der Ausscheidungsfunktion der Leber oder der Niere eingesetzt. Die Anwendungsverfahren sind dabei weder blutig noch gefährlich: Der Patient erhält ein zum jeweiligen Organ passendes Medikament, das radioaktiv markiert wurde. Da dieses Medikament nur in kleinsten Mengen eingesetzt wird, treten Nebenwirkungen oder allergische Reaktionen nicht auf.
In Heide werden jedoch auch die therapeutischen Möglichkeiten der Nuklearmedizin genutzt. Je nach krankem Organ wird dem Patienten eine radioaktiv markierte Substanz verabreicht, die sich ausschließlich im betroffenen Gebiet einlagert und dort millimetergenau Betastrahlung aussendet. Die so behandelten Zellen sterben schließlich ab und werden absorbiert, das gesunde Gewebe bleibt erhalten. Diese überaus schonende Heilmethode lässt sich besonders gut bei der Schilddrüsenüberfunktion und bei Schilddrüsentumoren anwenden.

Chefarzt Prof. Dr. med. Holger Schirrmeister

Chefarzt Prof. Dr. med. Holger Schirrmeister

Chefarzt Prof. Dr. med. Holger Schirrmeister