Psychiatrie
Geschlechtsinkongruenz und Geschlechtsdysphorie
Transgender-Ambulanz

In den letzten Jahren ist die Vorstellung einer „naturalisierten Zweigeschlechtlichkeit“ des Menschen aufgegeben worden. Sowohl körperliches Geschlecht als auch geschlechtliches Empfinden sind individuell und vielfältig. Im Zuge dieses Paradigmenwechsels werden Varianten der geschlechtlichen Identität nicht mehr als psychische Krankheit aufgefasst.

Menschen, die sich nicht eindeutig einem der zwei traditionellen Geschlechter oder dem ihnen bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht zuordnen können, werden nach moderner Nomenklatur als geschlechtsinkongruent bezeichnet. Erst wenn eine Geschlechtsinkongruenz mit einem Leidensdruck verbunden sein sollte, kann von Geschlechtsdysphorie gesprochen werden. Noch weiter fassend ist der nicht medizinische Begriff geschlechtlich non-konform.

Die Unterstützung in einer ganzheitlichen Gesundheitsversorgung von geschlechtlich non-konformen Menschen besteht aus beratenden, psychotherapeutischen und somatischen Verfahren mit dem Anspruch, unter Beachtung geschlechtlicher Selbstbestimmung und Partizipation am Transitionsprozess. Ziel ist es, die Geschlechtsdysphorie nachhaltig zu vermindern und das individuelle Identitätserleben zu stärken. Dabei wird der therapeutische Prozess abhängig von den individuellen Bedürfnissen strukturiert.

Gesundheitsversorgung am WKK-Heide

Die Transgenderambulanz am WKK Heide bietet eine bedürfnisorientierte und menschenrechtsbasierte Behandlungsform an, die der Vielfalt geschlechtlichen Erlebens individuell gerecht werden möchte. Unser therapeutisches Angebot reicht von psychotherapeutischen und/oder psychiatrischen Hilfen bis hin zur Indikationsstellung, Begutachtung und Prozessbegleitung von geschlechtsangleichenden Behandlungswegen. Auch Begutachtungen im Rahmen des TSG(Transsexuellengesetzes) zur Änderung von Vornamen und/oder Personenstand werden durchgeführt.

Die Behandlungsdauer ist individuell.

Es besteht eine Zusammenarbeit mit psychosozialen Beratungsstellen, der Kontakt zu Selbsthilfegruppen wird befördert.

Geschlechtsangleichende Behandlungen

In Abstimmung mit Behandlungssuchenden können die Indikationen zu folgenden geschlechtsangleichenden Maßnahmen erstellt werden.

  • Epilationen
  • Korrekturen der Stimmlage z.B. durch Logopädie
  • Behandlungen mit feminisierenden/maskulinisierenden Medikamenten
  • Geschlechtsangleichende Operationen nach individueller Bedürfnislage
  • etc.

Es besteht ein interdisziplinäres Netzwerk zu den Disziplinen Endokrinologie, Gynäkologie, Urologie, Dermatologie, Chirurgie, Hals-Nasen-Ohren.

Eine Begleitung über die Phase der „Transition“ hinaus wird explizit angeboten.

Ihre Ansprechpartnerin

Güldenring
Oberärztin
Annette Güldenring

Fachärztin für Psychiatrie

Psychotherapie, Sucht-Therapie

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